Die Gülcks
So sind wir....

 TAR-Syndrom                                                                                       

·        Thrombopenia absent radius syndrome, oder

·        Throbozytopenie absent radius syndrome, oder

·        Radiusaplasie-Thrombozytopenie-Syndrom


Symptome:

  • bilaterale Radiusaplasie (Fehlen der Elle) mit Fehlbildungen an Speiche und Oberarmen (Klumphand) - der Daumen ist immer vorhanden.
  • Bluttplättchenmangel infolge verminderter Megakayozytenproduktion im Knochenmark mit verstärkter Blutungsneigung im ersten Lebensjahr.
  • leukämoide Reaktionen (zu viele weisse Blutkörperchen), Anämie (Blutarmut) und Eosinophilie (verursacht Kuhmilchunverträglichkeit)-
  • manchmal Fehlbildungen an Beinen (50%) und Herzfehler (30%
  • Thrombopenie = verminderte Zahl der Thrombozyten (Blutplättchen), weit unterhalb 150.000 pro mm3 (normal: 200.00 - 400.000)  


Weiterhin:

  • Anomalie der Blutgerinnung

  • Anomalie des radialen Strahls

  • Anomalie des ulnaren Strahls

  • Hand/Handgelenk-Anomalie      

  • Thrombopenie      

  • autosomal-rezessive Vererbung

  • fehlende/anomale Elle

  • fehlende/anomale Speiche

  • fehlender/anomaler Oberarmknochen

  • kurze Hände/Brachydaktylie

  • Anomalie der Niere und Harnwege

  • Anomalie des Daumens

  • Breitschädel/flacher Hinterkopf

  • Hüftluxation      

  • Mikrozephalie      

  • Retrognathie/Mikrognathie      

  • Schienbein fehlend/anomal (außer kurz)

  • angeborene Herzerkrankung

  • flaches Mittelgesicht/Malarhypoplasie

  • kurzer Fuß/Brachydaktylie der Zehen

  • tief angesetzte Ohren

  • transversale Anomalie der oberen Extremität

  • vermehrtes Schwitzen

  • vorgewölbte Stirn

  • überlappende Zehen/Lageanomalie der zehen

  • Anomalie der Knie (außer Patella)

  • Gaumenspalte      

  • Glossoptose      

  • Minderwuchs      

  • Pigmentnaevie      

  • mentale/psycho-motorische Retardierung

  •  überschüssige Nackenhaut

Häufigkeit:

TAR tritt nur dann auf, wenn beide Elternteile jeweils ein bestimmtes (bisher noch unbekanntes) defektes Gen besitzen. Da der menschliche Bauplan aus Milliarden von Genen besteht, ist die Wahrscheinlichkeit dazu also äußerst gering. Ist bei beiden Elternteilen dies der Fall, besteht ein Risiko von 25 %, dass ein Kind davon betroffen sein wird.  

Die Wahrscheinlichkeit beträgt 1 : 1.000.000

Seit 1988 wurden in Deutschland rund 100 Fälle von TAR dokumentiert. Die „Dunkelziffer“ erscheint uns aber deutlich höher!

Hilfen

Bandagieren der Arme in den ersten Lebenswochen zum Lösen der Hautverkürzungen in den Gelenken.

Schienen ab 2 Monaten zum ersten "In-die-Länge-Strecken" des Armes.

wöchentliche Bluttransfusionen (Blutplättchen und Hämoglobin).

Operation mit 17 Monaten, um die Hand in die Achsrichtung zu bringen und dort zu fixieren (Radialisation).

    

Blutplättchen (Thrombozyten)

 

 Was sind Thrombozyten?

Thrombozyten sind kernlose, scheibenförmige Blutkörperchen mit einem Durchmesser von drei Mikrometern. Sie überleben im Blut etwa zehn Tage. Ungefähr ein Drittel der Blutplättchen befindet sich in der Milz. Gebildet werden die Thrombozyten im Knochenmark.

Thrombozyten sind wichtig für die Blutstillung und Blutgerinnung. Sie registrieren, dass die Gefäßwand verletzt ist, kleben aneinander und bilden einen Pfropf auf der Gefäßwandöffnung. Sie verhindern damit, dass Blut verloren geht und Keime in den Körper gelangen. Gleichzeitig setzen sie Stoffe frei, die die Blutgerinnung in Gang setzen, das so genannte intrinsische System.

Wenn die Blutplättchen nicht richtig funktionieren können, oder wenn es zu wenige im Blut gibt, kommt es zu einer verstärkten Blutungsneigung. Der verletzte Patient blutet in diesem Fall länger als üblich.

Wie werden Thrombozyten bestimmt?

Nachgewiesen wird die Zahl der Blutplättchen durch Auszählung. Die Funktion kann man mit der Blutungszeit prüfen. Ist die Funktion der Blutplättchen hochgradig gestört, kann es auch zu Blutungen ohne äußeren Anlass kommen, zu den so genannten Spontanblutungen.

Ist die Zahl der Blutplättchen massiv erhöht, besteht das Risiko einer Thrombose. Als Thrombose bezeichnet man die Bildung eines Blutgerinnsels.   

In welchen Fällen ist der Thrombozyten-Wert zu niedrig?

  

REFERENZ-/NORMALWERTE

alte Einheit

SI-Einheit

Erwachsene

150-400 Tausend/µl

150-400 *10 9/l

Kinder

150-350 Tausend/µl

150-350 *10 9/l

Neugeborene

100-250 Tausend/µl

100-250 *10 9/l

              

ERFORSCHUNG DES TAR-SYNDROM

Forschungsstudie der Charite Berlin:

www.schulze-lab.de

 

Studien der Charite`Campus Virchow-Klinik Berlin / und Erforschung 
Genexpressionsprofile in Megakaryozyten bei angeborenen Thrombozytopenien und akuter megakaryoblastischer Leukämie

Dr. rer. nat. Harald Schulze (Studienleiter)

Dr. med. Gabriele Strauß (Studienärztin)

Klinik für Allgemeine Pädiatrie

Otto Heubner Centrum der Charite, Campus Virchow Klinikum

Zusammenfassung / Synopse

Blutplättchen bzw. Thrombozyten sind ein essentieller Bestandteil des Blutes. Sie sind maßgeblich an der Blutungsstillung beteiligt und reduzierte Plättchenzahlen (Thrombozytopenien) verursachen verstärkte Blutungsneigung und können im Alltag oder auch im Rahmen von Operationen lebensbedrohlich werden. Blutplättchen entstehen als sub zelluläre Abschnürungen von Vorläuferzellen des Knochenmarks, den sogenannten Megakaryozyten (MKs). Diese wiederum werden von blutbildenden Stammzellen des Knochemarks im wesentlichen durch den Wachstumsfaktor Thrombopoietin (TPO) gebildet. Die MKs sind auch wenn man sie durch ihre Größe schnell morphologisch identifizieren kann eher selten und der oben beschriebene Prozess ist bislang unzureichend charakterisiert. Die Ausreifung von blutbildenden Stammzellen zu MKs und deren Abschnürung zu Blutplättchen ist auf molekularer Ebene durch eine Kaskade von Proteinen reguliert, die als Transkriptionsfaktoren an DNA binden und das notwendige zelluläre Programm starten. Bislang wurden Runxl, GATA 1, FOG 1, Flil und NF E2 als essentielle Trankriptionsfaktoren identifiziert und Mutationen führen zu dramatischen Störungen der Blutplättchenbildung, z.B. als familiäre X linked Thrombozytopenie, dem ParisTrousseau Syndrom oder Formen der akuten megakaryoblastischen Leukämie (AMKL, M7), inbesondere in Assoziation mit Trisomie 21 (Down Syndrom). Es ist daher sehr wahrscheinlich, daß weitere Transkriptionsfaktoren Ursache dieser seltenen Thrombozytopenien sind.

In dem beantragten Forschungsvorhaben sollen Blut bzw. Knochenmarkproben von Patienten, die 1111 Rahmen der Routinediagnostik anfallen, gesammelt werden. Aufgrund der Tatsache, daß es sich um angeborene Erkrankungen handelt, die im Kindesalter manifest werden, kann die Studie nicht ersatzweise an Erwachsenen durchgeführt werden. Die Blutzellen werden aufgereinigt und anschließend werden Proteine oder RNA isoliert, um Genexpressionsprofile zu erstellen. Diese Profile, im Vergleich untereinander und gegenüber Gesundspendem sollen zur Krankheitsursache dieser seltenen angeborenen Thrombozytopenien beitragen. 


Labor H. Schulze

für Pädiatrische Molekularbiologie

www.schulze-lab.de

Ein sehr informatives Video zum Thema "Leben mit dem TAR-Syndrom"


 


 


 


 




Links zum Thema TAR Syndrom

http://www.holger-stolzmann.

Bilder von Hannah